Bayerischer Beamtenbund e.V.

Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes

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Pressemitteilung

  München, Mittwoch 02. April 2003

  Beamtenbund empört über neue Kürzungspläne

Gleichbehandlung gefordert

Pressemeldungen vom heutigen Tage lassen den Bayerischen Beamtenbund (BBB) erneut an der Haltung der Staatsregierung zum Berufsbeamtentum zweifeln, so BBB-Chef Rolf Habermann zu den Berichten, wonach geplant sei, das Tarifergebnis des öffentlichen Dienstes in Bayern dergestalt umzusetzen, dass die Anpassung um vier Monate verschoben und durch eine Kürzung des Weihnachtsgeldes sowie Streichung des Urlaubsgeldes finanziert werden soll. Das laufe – wenn so beschlossen werde - auf die groteske Situation hinaus, dass Beamte und Versorgungsempfänger die ihnen nach dem Gesetz zustehende Anpassung durch Einkommenseinbußen selbst finanzieren müssten.

Es sei auch mehr als befremdend, so Rolf Habermann, dass die Staatsregierung, die nicht müde werde, ihre Verbundenheit mit dem Berufsbeamtentum zu bekunden, nun erneut tiefe Einschnitte zu Lasten der Beamtenschaft erwäge, die weit über das hinausgehen, was der Sozialdemokrat Otto Schily beabsichtige. Dieser habe mehrfach die Übertragung des Tarifergebnisses 2003/2004 auf Beamte und Versorgungsempfänger für wünschenswert erachtet. Der in seinem Haus vorbereitete Entwurf sehe nur eine zeitliche Verschiebung von zwei Monaten vor. Auch sei von einer weiteren Kürzung der Weihnachtszuwendung und Streichung des Urlaubsgeldes nicht die Rede.

„Die Staatsregierung stößt an die Grenzen ihrer Glaubwürdigkeit“ stellt BBB-Chef Rolf Habermann fest, „wenn sie einerseits bekundet, sie halte an der Gleichbehandlung der Beschäftigtengruppen des öffentlichen Dienstes fest, andererseits aber erneut konkret beabsichtige, Beamte deutlich schlechter zu stellen als Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes“. Rolf Habermann erinnert daran, dass die Staatsregierung die erste Landesregierung gewesen sei, die allein den Beamten sowohl eine höhere Wochenarbeitszeit wie auch höhere Lebensarbeitszeit zudiktiert habe. Beim Bund und im Arbeitnehmerbereich gelte noch heute die 38½ -Stundenwoche.

Der BBB-Vorsitzende Rolf Habermann bedauert ausdrücklich, dass die Staatsregierung die vom Beamtenbund ausgestreckte Hand ausgeschlagen habe, als es darum ging, eine Lösung der aktuellen Finanzprobleme zu finden. „Was will die Staatsregierung ihren Beamtinnen und Beamten noch zumuten, nachdem sie erst Ende des vergangenen Jahres massive Kürzungen im Haushaltsgesetz 2003/2004 verankert hat“, empört sich der BBB-Vorsitzende.

In seiner heutigen Sondersitzung habe der BBB-Vorstand einstimmig beschlossen, im Zuge eines Aktionsplans alle sich bietenden Möglichkeiten, um das geplante Vorhaben zu Fall zu bringen, auszuschöpfen. Er habe ein unverzügliches Spitzengespräch mit dem Finanzminister unter Berufung auf Art. 104 des Bayerischen Beamtengesetzes beantragt. Auch fordere er eine Aussprache mit dem Ministerpräsidenten. Immerhin gehe es um die Wahrung eines gesetzlichen Anspruchs auf Teilhabe, der mit einer solchen Planung gravierend verletzt werde. Auch sei es politisch kurzsichtig, die Beamtenschaft erneut zu desavouieren. Das sei Gift für die Leistungsbereitschaft und schrecke qualifizierte Bewerber ab. „Der BBB appelliert an die Bayerische Staatsregierung, diese Pläne nicht weiter zu verfolgen“, so Rolf Habermann.

Für eventuelle Nachfragen stehen zur Verfügung:

Anette Egle, Tel. 0 89 / 55 25 88 - 10

Rolf Habermann, Vorsitzender des Bayerischer Beamtenbund e.V., Tel. 0171 / 2 31 89 08

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