Bald weniger Qualität bei Kinderbetreuung ?

Unterschriftenaktion der KEG an den örtlichen Kindergärten

Das neue Fördermodell zur Finanzierung der Kindertagesstätten in Bayern , das 2005 in Kraft treten soll, sorgt generell für Diskussion, aber auch berechtigte Besorgnis bei Erziehern und  bei Eltern, so konstatiert die Bezirksvorsitzende der  Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG), Ursula Kiefersauer.

Mit einer bayernweiten Unterschriftenaktion, die bereits auch in den örtlichen Kindergärten angelaufen ist, und  dies sehr erfolgreich, möchte die KEG, als Berufsverband von Erziehern und Lehrern, nicht nur  das Augenmerk auf die Kindergärten und ihre wichtige pädagogische und gesellschaftliche Funktion legen, sondern auch gezielt dort für „ kleinere Gruppen“ kämpfen, im Interesse der anvertrauten Kinder.

     Mit der Auslagerung der Kindergärten und Kindertagesstätten vom Kultusministerium an das Sozialministerium vor einigen Jahren, traten, so Kiefersauer, bedauerlicher Weise vielerlei Veränderungen ein, die auch die Funktionsweise dieser  Einrichtung betrafen. Das neue Gesetz selbst, das von der Basis aus ganz massiv diskutiert wird, sieht keine Obergrenzen für Gruppenstärken mehr vor, bezuschusst wird die Einrichtung nicht mehr nach Gruppen, sondern pro Kind und dessen Verweildauer in der Einrichtung.

Eltern müssen sich für Buchungszeiten für ihr Kind entscheiden, was nicht nur für Eltern weniger Flexibilität und vermutlich Mehrkosten bedeutet, sondern auch für das Personal im Kindergarten mehr Verwaltungsaufwand beinhaltet.

„ Schade,“ so die Vorsitzende der KEG,“ wenn in einer pädagogischen Einrichtung, die bisher so erfolgreich gearbeitet hat und wo das Kind im Mittelpunkt stehen sollte, die Fachkräfte zukünftig mehr beschäftigt sein sollen mit  Buchführung, Qualitätsprüfung, Kontrolle oder Ausfüllen von Listen, als mit der unmittelbaren Arbeit mit den Kindern!“

„Der Kindergarten, ist eine wichtige pädagogische Einrichtung, und kein Produktionsbetrieb,“ so die Vorsitzende und darf nicht nur unter dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit gesehen werden. Ökonomische Standards müssen nachrangig sein, so die Meinung der KEG, und auch der von Ministerin Stewens angekündigte Bildungs –und Erziehungsplan für Kinder bis zum 10.Lebensjahr braucht entsprechende Rahmenbedingungen vor Ort.

Gerade die Erfahrungen nach PISA sollten bayerische Politiker erinnern und motivieren, ihre Bemühungen in den Primärbereich der Erziehung zu stecken. Kinder sind wie Schwämme, die Wissen und Erleben aufsaugen. Dazu müssen in den Kindergarteneinrichtungen Bildungs-Qualitätsstandards geschaffen werden und optimale Rahmenbedingungen sein.

Immer wieder wird auch die Frage aufgeworfen, ob nicht die Kindertagesstätten wieder dem Kultusministerium zugeordnet werden sollen. Es geht doch um Bildung, und nicht nur um Betreuung! Sind nicht die Kindertagesstätten im riesigen Ressort des Sozialministeriums ein kleines „ Anhängsel“! Die meisten Erzieherinnen würden sich diese Umwidmung wünschen, so die Feststellung der KEG.

   Mit der Unterschriftenaktion, die noch bis zum 15. Mai läuft, möchte die KEG neben „ kleinen Gruppen“ auch die Verfügungszeiten für das pädagogische Personal im neuen Kindertagesstättengesetz festgeschrieben wissen.

Unterschriftenlisten liegen in allen örtlichen Kindergärten aus.

U. Kiefersauer bewertet die Aktion der Katholischen Erziehergemeinschaft mit als einen weiteren Baustein, neben dankenswerterweise vielen Aktivitäten aus dem Erzieherbereich, gerade hier vor Ort, um Qualität zu sichern, für die Zukunft der Kinder.