Beitrag für die Ausgabe „Christ und Bildung“ 05-2003

Auf ein Wort

Beamte nur noch zu Sparschweinen degradiert? So erhöht man den schon jetzt bestehenden Lehrermangel!

Mit den Anfang April bekannt gewordenen „Geheimplänen“ der bayerischen Staatsregierung zu Streichungen und „Streckungen“ bei Besoldungsanpassungen für Beamte hat wohl auch der letzte begriffen, dass alle großen Worte über die Bedeutung des Öffentlichen Dienstes Sprechblasen sind.

Bemerkenswert sind dabei vor allem zwei Reaktionen aus dem Landtag:

o              Man bedauert nur den Zeitpunkt des Bekanntwerdens vor der Landtagswahl!

o              Man muss halt bei den Beamten das einsparen, was in Tarifverhandlungen für Arbeiter und Angestellte zugelegt werden musste.

Der rüde Umgang mit Beamten zeigt nur langsam Wirkung – dafür aber nachhaltig! Trotz aller Schönrechnerei ist heute in der Hauptschule bereits ein erheblicher Lehrermangel nicht mehr wegzudiskutieren. Mit den neuesten Einschnitten werden noch mehr junge Menschen wegbleiben – auch in den Grundschulen und Förderschulen.

Den Schaden hat die Gesellschaft selbst. Mit demotiviertem Personal kann man keine Spitzenleistungen erreichen.

Vielleicht liest aber auch ein Finanzminister manchmal in den Reden seiner Kollegen. Dann sei ihm hiermit die Rede der bayerischen Kultusministerin anlässlich der Bildungsmesse Anfang April 2003 ans Herz gelegt, in der sie vom Umgang mit dem Personal an Schulen sprach und dabei den Umgang der Gesellschaft (auch der Politik) mit diesem Personenkreis in den Vordergrund stellte.

Aber vielleicht versteht er solche Aussagen auch nicht, weil sie in keinen Taschenrechner passen. Wenn dieses Unverständnis der Zusammenhänge allerdings zu lange anhält, dann kommt der Zeitpunkt, an dem er keinen Taschenrechner mehr braucht – dann hat sich´s ver- und ausgerechnet.

Bernhard Buckenleib

Landesvorsitzender der KEG in Bayern

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