Förderkreis Synagoge Binswangen e.V.
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Ein Judenfriedhof wird angelegt (1663)

Staatsarchiv Augsburg, Bildsammlung Lippert, B 100 Grabreihen im Mittelteil des Friedhofs mit Grabsteinen wohl noch des 18. Jahrhunderts. Blickrichtung Nordwest.
Im Jahre 1663 kaufte die gesambte Judenschaft zue Binßwangen von der Markgrafschaft Burgau einen Acker auf der Schwärz in der Größe von einem Viertel Jauchert zu einer Juden Begrebnuß um den Betrag von 20 Gulden und unter der Verpflichtung, davon jährlich 1 Gulden Grund- oder Bodenzins an die Markgrafschaft zu zahlen, dazu auch bei jedem Begräbnis jene Gelder, welche die Juden bis dahin an die Markgrafschaft für ein Begräbnis auf dem Burgauer Judenfriedhof gezahlt hatten, nämlich vier Gulden (ohne Unterschied, ob ein Kind oder ein Erwachsener begraben wurde). Der Kaufpreis wurde 1663 bis 1665 in vier Raten (Zielen) á 5 Gulden an Markgrafschaft Burgauischen Zoller zu Holzheim bezahlt.

Gegen das Judenbegräbnis erhob die Herrschaft Wertingen in der Folgezeit des öfteren Einspruch, weil der Platz nach Wertingen und damit unter die Gerichtsbarkeit der dortigen Herrschaft gehöre; die Stadt Wertingen beanspruchte sogar das Recht auf dem Platz weiterhin ihr Vieh weiden zu lassen.

Dass die Markgrafschaft Burgau seinerzeit über den Platz hatte verfügen können, hängt offenbar damit zusammen, daß dort früher eine Richtstätte der Markgrafschaft war. Die Binswanger Juden lösten in der Folgezeit das Weiderecht ab, der Friedhof selbst wurde nach und nach erweitert (1694, 1730, 1761). Obwohl er schon 1693 hätte eingezäunt werden sollen, zogen sich die Bemühungen um seine Eintillung (Umzäunung) noch 70 Jahre hin, bis endlich nach exakt einhundert Jahren nach seiner Anlage eine Mauer um diesen (im Hebräischen auch Haus des Lebens genannt) Platz gezogen werden durfte.



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