Förderkreis Synagoge Binswangen e.V.
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Die Judenedikte (Judenmatrikel)

Im Jahre 1813 wurde das Judenedikt verabschiedet, dessen Bestimmungen nachteilig in das Leben der Juden eingegriffen hat. Mit dem "Edikt über die Verhältnisse der jüdischen Glaubensgenossen im Königreich Baiern" vom 10. Juni 1813 war zum ersten Mal eine landeseinheitliche Rechtsstellung der Juden und jüdischen Gemeinden gegeben. Sie durften nun zwar Bürgerrecht und Grundbesitz erwerben, jedoch wurde die Bewegungsfreiheit durch den "Matrikelparagraphen" stark eingeschränkt

Dieses Edikt beschränkte die Ansässigmachung von Handelsjuden auf die Zahl von 1813, die nicht vermehrt und überschritten, sondern sogar nach und nach unterschritten werden sollte.
In Binswangen machten die Juden um die Jahrhundertwende etwa ein Drittel der Einwohner aus. Nach Wirksamwerden des Judenedikts haben zunächst 65 Binswanger Judenfamilien Eingang in die Matrikel gefunden.
Über die Matrikelzahl ansässig machen konnte sich künftig nur, wer entweder ein Handwerk ausübte oder sich vom Feldbau ernährte.
Dieser § 12 hat den Unmut seitens des Judentums provoziert. Durften schon nach § 11 keine zusätzlichen Juden einwandern - nur die Einheirat von Jüdinnen war noch möglich -, so blieb den jüngeren Söhnen, wollten sie sich selbständig machen, nichts anderes übrig, als auszuwandern.

Das Edikt von 1813 legte auch fest, dass die Juden anstatt der bisher üblichen patronymischen Namensgebung (dem eigenen Vornamen wird die Vorname des Vaters nachgestellt) Familiennamen anzunehmen hatten.
Bei den neuen Namen überwogen Herkunftsnamen, die entweder auf die direkte Herkunft der Familie aus einem anderen Judenorte hinweisen konnte (z.B. Steinharter, Kronheimer, Heinsfurter, Wallersteiner), oder auch auf das "Gäu", in dem die Binswanger Juden Handel trieben (z.B. Lauinger, Höchstädter, Neuburger).



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