Förderkreis Synagoge Binswangen e.V.
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Einweihung der neugebauten Synagoge

Synagoge von Ingenheim
Synagoge von Ingenheim
In Binswangen war die Anzahl der jüdischen Einwohner von 327 (1811/12) bis auf 415 im Jahre 1948 angestiegen. Die Gemeinde besaß einen eigenen Friedhof, seit 1656 ein Judenbad und unterhielt einen Rabbiner. Die alte, erstmals 1609 erwähnte Synagoge, ein schmaler rechteckiger Bau, war offensichtlich zu klein geworden.
So wurde am 6. Oktober 1833 der Beschluss gefasst, eine neue Synagoge auf dem Platz der alten Synagoge zu erbauen. Maßgeblich an der konkreten Planung waren der Rabbiner Isaac Hirsch Gunzenhauser und der Religionslehrer Jakob Neuburger beteiligt. Mit dem Entwurf wurde der Maurermeister Michael Christa aus Zusamaltheim beauftragt. Christas Pläne wurden vermutlich von der Regierung als nicht passend erachtet, weswegen von Regierungsbauinspektor Eduard Rüber ein neuer Plan gefertigt wurde. Dieser zeigt die Kenntnis vom Entwurf der Synagoge von Ingenheim in der Pfalz aus dem Jahre 1830, in dem erstmals im Synagogenbau das maurische Motiv des Hufeisenbogens (Fenster, Portal) und des Treppengiebels begegnet.

Das Innere der Synagoge vor der Zerstörung
Bild: Archiv Römer
Für die Herstellung des Baues wurde mit dem Baumeister Leonhard Christa, dem Bruder des ersten Planfertigers, ein Vertrag über 3.400 fl. abgeschlossen.
Bereits im Juni 1836 wurde mit dem Abbruch der alten Synagoge begonnen, am 15. September 1987 konnte dann die neue Synagoge von Ortsrabbiner Gunzenhauser unter Anwesenheit von Landrichter Herrmann und einer großen "Zahl herbeigekommener Fremder" eingeweiht werden.
Für die Eröffnungsfeierlichkeit erwarb Lehrer Neuburger vom Synagogenchor in München zwölf Bogen Partituren, bei Lehrer Beltinger wurden drei Kompositionen für eine "Blechmusik" beim Einzug bereitgestellt. Eine Festpforte wurde aufgestellt, um die Synagoge herum aufgekiest.
Die Gesamtkosten der neuen Synagoge betrugen 13.778 fl. (für 1 fl. bekam man damals 15 Maß Bier).

Die Binswanger Synagoge zeigt in ihrer eigenartigen Mischung aus traditionellen Elementen, tastendem Suchen nach neuen Formen und Übernahme zeitgemäßer Standards beispielhaft etwas von der Lage der Juden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Neubürger und Fremde zugleich.



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