Förderkreis Synagoge Binswangen e.V.
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Auswanderungswelle beginnt

Noch im Jahre 1840 wohnten die Juden Bayerns zu 88 % in Dörfern und Kleinstädten und waren dort von der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Zeit zunächst abgeschnitten. Erst nach Aufhebung der Matrikelgesetzgebung konnten auch sie sich der Bevölkerungsbewegung vom Land in die Städte anschließen.
Infolge der Auswanderungswelle bei den bayerischen Juden wegen der restriktiven Matrikelgesetzgebung und aufgrund dieser Land-Stadt-Bewegung haben die Landjudenschaften Bayerns in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen enormen Substanzverlust erleiden müssen.

In Binswangen war die Entwicklung nicht anders, wie die nachfolgende Aufstellung zeigt:

JahrGesamtbevölkerungdavon JudenProzentanteil Juden
180082027032,9
182390132736,3
1858119042235,5
1864108441238,4
187593619320,6
190093910911,6
1910967747,7
1925922495,3
1933881364,1
1939851151,7

Machten die Juden über lange Zeit ungefähr ein Drittel der Binswanger Einwohnerschaft aus, so waren es im Jahre 1910 nur noch 7,7 %.
Diese Bevölkerungsentwicklung führte dazu, dass die jüdische Gemeinde Binswangen mit dem Tode des Rabbiners Gunzenhauser praktisch ihr eigenes Distriksrabbinat verlor. Es wurde zwar danach für einige Jahre von dem Religionslehrer Schwarz als Verweser betreut.
Seit etwa 1922 wurde dann auch die Religionslehrerstelle in Binswangen nicht mehr besetzt.



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