Förderkreis Synagoge Binswangen e.V.
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Schändung der Synagoge

Spätestens seit Hitlers Machtantritt am 30. Januar 1933 ahnten auch die Binswanger Juden, dass sie nichts Gutes erwartete. Besonders ab 1938 nahmen die antisemitischen Ausschreitungen überall in Bayern immer mehr zu. Im Juli 1938 wurden 25 Grabsteine des jüdischen Friedhofes umgestürzt und die meisten zerschlagen.
Mit der sog. Reichskristallnacht am 10. November 1938 wurde der vorläufige Höhepunkt der antisemitischen Ausschreitungen erreicht.
Fensterscheiben von Läden und Wohnhäusern der Juden wurden zertrümmert, auf dem Judenfriedhof wurden erneut Grabdenkmäler umgeworfen und auch die Synagoge wurde durch einen auswärtigen, aus Augsburg gekommenen SA-Trupp geplündert und geschändet.
Vormittags um 11.00 Uhr fuhren die SA-Leute mit einem Lkw bei der Binswanger Synagoge vor. Der einzige Binswanger, der sich um Geschehen beteiligte, brach mit einer Kreuzhacke die Synagogentüre auf. Alle noch im Ort anwesenden Juden mussten antreten und die kostbaren Gegenstände ihres Gotteshauses auf den Lkw laden. Das übrige Inventar der Synagoge wurde anschließend von den SA-Leuten zerstört. Eigentlich sollte auch die Binswanger Synagoge in Flammen aufgehen, jedoch sah man davon wegen der engen Bebauung um sie herum und wegen der drohenden Brandgefahr ab.

Die Folge dieser Ausschreitungen war, dass von November 1938 bis Ende 1940 weitere elf Juden Binswangen verließen - neun wanderten aus, zwei zogen in andere Orte.



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