Förderkreis Synagoge Binswangen e.V.
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Deportierung der letzten Juden

Es waren in Binswangen, wie woanders auch, überwiegend die alten Juden, die in der Gemeinde zurückgeblieben sind. Die jüngeren und wohlhabenderen Juden sowie jene, die von ausländischen Verwandten die Fahrkarten zugesandt bekamen, konnten die Auswanderung in den ersten fünf Jahren des Dritten Reiches noch realisieren.

Anfang 1942 lebten noch sieben Juden in Binswangen. Von ihnen wurden im April 1942 fünf Frauen über München nach Piaski bei Lublin deportiert, ein altes Ehepaar wurde am 27.07.1942 über München in das Getto Theresienstadt verschickt. Die hier gemachten Angaben scheinen allerdings an einer Stelle fehlerhaft zu sein, denn die letzte Gruppe von Binswanger Juden waren drei ältere Frauen, die Geschwister Schwarz (im Alter zwischen 58 und 64 Jahren). Sie wurden am 27.07.1942 auf einem Wägelchen aus dem Dorf hinausgeführt, was die Empörung zahlreicher Binswanger hervorgerufen hat; über München wurden sie in das Getto Theresienstadt verschickt.

Keiner dieser allerletzten Binswanger Juden hat den Holocaust überlebt, der damit zugleich auch die über vier Jahrhunderte lang lebendige Geschichte einer schwäbischen Landjudengemeinde auf immer und ewig auslöschte.

Keiner der überlebenden Juden ist nach dem Ende des entsetzlich-höllischen, zwölf Jahre währenden Spuks nationalsozialistischer Herrschaft, also nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, auf Dauer nach Binswangen zurückgekehrt.



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