Förderkreis Synagoge Binswangen e.V.
 Alte Synagoge  Der Förderkreis  Jüdisches Leben  Termine  Information  Kontakt 

Purim
14. ADAR 5771
(= 20. März 2011)

Briefmarke zu Purim
Das Purimfest wird im Frühjahr am 14. Adar bzw. in Städten mit einer Stadtmauer am 15. Adar begangen. Das Fest erinnert an die Errettung der bedrängten Juden vor der Vernichtung im persischen Reich unter König Artaxerxes, von der uns das biblische Buch Esther erzählt. In diesem Buch geht es um die jüdische Minorität, die um ihrer andersartigen Bräuche willen verfolgt wurden. Es wird berichtet, dass der Perserkönig von seinem Minister Haman angestachelt wurde, alle Juden in seinem Reich umbringen zu lassen. Dies sollte an einem besonderen Tag, den er durch das Los (=Purim) bestimmte, geschehen. Esther, die jüdische Ehefrau des Königs, erfuhr rechtzeitig davon. Sie fastete drei Tage lang und hieß die jüdischen Bewohner der Hauptstadt Susa dasselbe zu tun. So fühlte sie sich gestärkt und wagte es, den König in dieser brisanten Angelegenheit umzustimmen, was gelang. Die Juden erhielten die Erlaubnis, sich an dem vom Los bestimmten Tag zu wehren und sich an ihren Feinden zu rächen.

Dieses Fest kompensiert Ernst und Würde der meisten anderen jüdischen Festvorschriften, indem es Ausgelassenheit und Freude gebietet. Schulen sind geschlossen, es finden öffentliche Feste statt und Zeitungen melden allerlei Enten - ähnlich den Aprilscherzen. Kinder (und Erwachsene) verkleiden sich mit bunten Kostümen.

Die festliche Verlesung der Esther-Rolle in der Synagoge wird von allerlei Lärminstrumenten begleitet, die immer dann ertönen, wenn der Name des bösen Ministers Haman fällt. Orthodoxe Gläubige geben sich, in gesetzten Grenzen, einem Rausch der Ausgelassenheit hin und erfüllen eine genaue Liste allerlei Verpflichtungen: Almosengeben, Abend- und Morgenlesungen der Esther-Rolle, Austausch von Leckerbissen und Delikatessen sowie üppige Festessen.
Der Tag vor dem Fest, der 13. Adar, ist ein Fasttag. Purim ist ein profanes, weltliches Fest, an dem die Arbeit gestattet ist. Es ist vor allem ein sehr fröhliches Fest. Man schickt den Freunden Geschenke, gibt den Armen Gaben, kocht besondere Speisen, trinkt Alkohol, und verkleidet sich.



 Alte Synagoge  Der Förderkreis  Jüdisches Leben  Termine  Information  Kontakt